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Der Tukan-Kreis empfiehlt:
   

Wolfgang Hildesheimer 
Briefe und Biographie

Lesung aus Werken Briefen des Autors
Gespräch mit Stephan Braese und Sven Hanuschek

Hildesheimer-42515
Wolfgang Hildesheimer (1916-1991) war einer der vielseitigsten Autoren der Nachkriegsliteratur. Mit Mozart (1977) und Marbot (1981) hat er die Gattung Biographie verändert, seine Lieblosen Legenden (1952) stehen als absurdistische Kulturbetriebs-Satiren quer zur Literatur der Zeit. Sein wohl wichtigstes Werk ist der Prosamonolog Tynset (1965), in dem ein schlafloser Reflekteur über Deutschland in der Nacht nachdenkt. Die beste ‚Einstiegsdroge‘ ist sein letztes belletristisches Werk Mitteilungen an Max (1983), ein Buch, in dem Komik, Depression und Sprachspiele eine einzigartige Synthese eingegangen sind. Zu Hildesheimers 100. im Dezember 2016 sind seine Briefe an die Eltern erschienen, die einen Überblick vor allem über die ersten Jahrzehnte geben.
   
Wolfgang Hildesheimer © Jerry Bauer SV
© Jerry Bauer/Suhrkamp Verlag
  Stephan Braese hat die erste Biographie veröffentlicht, in der er vor allem die Bedeutung von Hildesheimers Judentum herausarbeitet, die Jahre im englischen Exil und in Palästina, als Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen; eindrucksvoll zeigt sich die originelle und unabhängige Sonderstellung, die Hildesheimer in der deutschen Nachkriegsliteratur durch seine (unfreiwillige) Weltläufigkeit einnahm.

Bevor Hildesheimer 1957 nach Poschiavo in die italienische Schweiz gezogen ist, hat er ein paar Jahre in München gelebt, in dieser Zeit hat er auch zweimal im Tukan-Kreis gelesen. An dem Hildesheimer-Gedenkabend findet eine Lesung aus den Werken und Briefen des Autors statt, Stephan Braese (Professor für Professor für Europäisch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte Universität Aachen) stellt im Gespräch mit Sven Hanuschek (Professor für Neuere deutsche Literatur der LMU) seine Hildesheimer-Biographie vor und spricht über die kommende Edition von Briefwechseln Hildesheimers mit Kollegen wie Andersch, Djuna Barnes, Enzensberger und Heißenbüttel, Alles andere steht in meinem Roman (Suhrkamp, September 2017).

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Mit Unterstützung von Bayern liest e.V. und der C.H.Beck Stiftung.

Mittwoch 12.07.2017 
19.30 Uhr
 
7,-/5,- €

Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
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