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Kerstin Decker
Die Schwester. Das Leben der Elisabeth Förster-Nietzsche

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Ihr Ruf ist nicht der beste. Zwar gibt es gute Gründe, Elisabeth Förster-Nietzsche als die wichtigste und wirkungsmächtigste Frau im Leben ihres philosophischen Bruders Friedrich zu bezeichnen. Dennoch haben sich in den Augen der Nachwelt fast alle Aspekte dieser Beziehung ins Negative verkehrt. Nietzsche selbst nannte sie in Briefen gerne abschätzig „das Lama“. Als Nachlaßverwalterin seines Werkes wurde sie verantwortlich für verfälschende Editionen, mit denen Nietzsche zum Hausphilosophen der Nationalsozialisten modelliert wurde. Kerstin Decker hat nun den Fall der Nietzsche-Schwester in einer großen biographischen Untersuchung noch einmal aufgegriffen. Und in lebendiger Darstellung bislang unterbelichtete Aspekte und neue Facetten herausgestellt.
   
Kerstin-Decker
© Privat

  Elisabeth und Friedrich Nietzsche. Ihr frühes Bündnis gegen die Zumutungen des Daseins schien unkündbar zu sein. Sie gab sich keine Mühe, einen Mann zu finden. Er gab sich keine Mühe, eine Frau zu finden. Bis doch eine zwischen sie trat, Elisabeth ihren Bruder verstieß und Friedrich Nietzsche die eigene Schwester zu seiner Fernsten erklärte. Zur Strafe heiratet sie: einen Antisemiten. »Du entkommst mir nicht!«, weiß Elisabeth, nachdem ihr Bruder in Turin verhaltensauffällig wird: Er hatte ein geprügeltes Droschkenpferd umarmt. Aber sein Ruhm wächst. Friedrich Nietzsche gilt noch immer als der beliebteste, meistgelesene und meistzitierte Philosoph weltweit. Dass erhalten ist, was er schrieb, ist nicht zuletzt Elisabeths Verdienst. Drei Mal wird sie für den Nobelpreis vorgeschlagen, gar zur »ersten Frau Europas« erklärt. Friedrich Nietzsche hat seiner kleinen Schwester vieles zugetraut, aber auf den Gedanken, dass sie einmal seine Wirkungsgeschichte mitbestimmen würde, wäre er nie gekommen.

Kerstin Decker, geboren 1962 in Leipzig, studierte Journalistik und Philosophie in Leipzig und Berlin. Sie arbeitet als Buchautorin, Theater- und Filmkritikerin und Kolumnistin für den Tagesspiegel. Zuletzt veröffentlichte sie folgende Sachbücher: Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich, Nietzsche und Wagner. Geschichte einer Hassliebe und Richard Wagner. Mit den Augen seiner Hunde betrachtet. 

Buchpräsentation mit Kerstin Decker



Mittwoch, 25.01.2017 
19.30 Uhr
 
7,-/5,- €

Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
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