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Marica Bodrožić
Pantherzeit. Vom Innenmaß der Dinge

Pantherzeit - Marica Bodrožić
Als im Frühling 2020 die Welt zum Stillstand kam und auch die Erde durchzuatmen schien, las Marica Bodrožić zwei Monate lang auf ihrem Balkon jeden Abend Rilkes Gedicht „Der Panther“. Wilder als alles Vergängliche, schreibt sie, der eigenen Eingesperrtheit zum Trotz, sei der Wunsch des Menschen, in Freiheit zu leben. Was aber können wir tun, wenn wir gar nichts mehr tun können? Dieser hybride Text tastet die seelischen Landschaften ab, die nur ein radikaler Rückzug möglich macht. Offenbar werden dabei nicht nur die eigenen schmerzverzahnten Lebensthemen, sondern auch die daraus funkensprühende Sprache der Transzendenz. Marica Bodrožić ist schreibend den kathartischen Weg der Mystiker und Philosophen gegangen und hat, auf den geistigen Spuren u. a. von Teresa von Ávila und Vladimir Jankélévitch, den Eingang in ihre „innere Burg“ gefunden.

Entstanden ist dabei eine – von Literaturkritik und Leserschaft hochgelobte – philosophische Reflexion über die Kraft der Grenze und des Schweigens, über Nähe und Liebe, über die Erfahrung von körperlichem Schmerz und die hinter dem Schmerz sprechende Syntax der Heilung. Dieser Essay ist Anrufung und Gebet, eine Feier der Langsamkeit und Genauigkeit, ein Niederknien vor der Gnade und den Verwandlungen des Lebens. Hellfühlig, rigoros, poetisch und politisch zugleich erzählt dieser Text davon, auf welche Weise jeder einzelne Mensch zählt und dass sein Wert nicht verhandelbar ist.
   
Marica Bodrožić © Peter von Felbert
© Peter von Felbert
  Marica Bodrožić, 1973 in Dalmatien geboren. 1983 siedelte sie nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen, Essays, die sich stets im Resonanzraum von Ethik und Ästhetik bewegen und aus einem geistig ausgerichteten Sprachbewusstsein schöpfen. Seit ihrem Debüt „Tito ist tot“ (2002) sind zahlreiche Bücher erschienen, die sich mit Gedächtnis und Erinnerung, Philosophie und Mystik auseinandersetzen. Dafür wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem European Prize for Literature (2013), dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2015), dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis (2020) und zuletzt mit dem Manès-Sperber-Preis für Literatur (2021). Marica Bodrožić lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums.

Moderation: Eberhard Falcke

 

Bitte beachten Sie die besonderen Maßnahmen gegen die Ansteckung mit dem Corona-Virus:

Es gilt die 3G-Regel, d.h. es können nur geimpfte, getestete oder genesene Personen an der Veranstaltung teilnehmen.
In der gesamten Seidlvilla gilt die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen. Vom Besuch der Veranstaltungen ausgeschlossen sind Personen, die in den letzten 14 Tagen vor der Veranstaltung wissentlich Kontakt zu einem mit SARS-CoV-2 Infizierten oder Kontakt zu einem an COVID-19 Erkrankten hatten oder selbst Symptome aufweisen, die auf eine COVID-19-Erkrankung hindeuten können.

Die Besucherzahl ist weiterhin beschränkt. Daher melden Sie sich bitte vorab telefonisch oder per Mail an.

Kartenreservierung: 089 129 06 77 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aufgrund der begrenzten Teilnehmer:innen-Anzahl können die Masken auf den Plätzen abgenommen werden.

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Mit Unterstützung von Bayern liest e.V. und der Hans Dieter Beck Stiftung.

23. September 2021
19.30 Uhr
 
Eintritt: 7 € | ermäßigt 5 € | Jahreskarte 32,- €

Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
Lageplan




 

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